DIE DONNERSTAGSKOLUMNE


Seeman für alle!

Seeman, du bist ein Schatz und Gott ist ein Schatz, der dich schuf um diese Kolumne zu schaffen. Frauen, hängt sie euch über die Betten, über den anorektisch unterversorgten Kühlschrank, über die bulimisch verkotzte Kloschüssel. Männer, hängt sie überall hin, wo die Vogue-Visagen noch Platz gelassen haben. Laßt die Frauen Frauen sein! Laßt sie Titten haben und Ärsche, laßt den Seeman glücklich sein und glücklich vögeln, laßt sie sich suhlen im Schlammbad ihrer Hormone. Östrogen macht glücklich! Freut euch des Lebens, des Fressens, des Fickens, in umgekehrter Reihenfolge natürlich, haut rein und auf die Pauke, carpe diem noctemque!

So weit der appellative Teil.

In Wahrheit sind es nicht die Männer, die Frauen dazu bringen, wochenlang triumphierender Miene ein halbes Salatblatt zu zerkleinern, abzuwiegen und zu verschmähen, um dann selbstpeitschenderweise in Freßorgien alttestamentarischen Ausmaßes innerhalb von fünf Minuten den Energiebedarf aller vorangegangenen Wochen nachzuholen. Es sind die Frauen.

Ein Beispiel: Frau 1 und Frau 2 sind beste Freundinnnen, solange sie gleichviel wiegen. 1 hat 2 nun seit mehreren Wochen nicht gesehen. 1 hat zugenommen und fühlt sich wie eine überdimensionale Amöbe kurz vor der Niederkunft, 2 hat abgenommen und fühlt sich unwiderstehlich wie ein Karton Chocolat Pavot. 1 sagt also das geplante Treffen ab. 2 wittert das Problem und heuchelt, sie sei so ekelerregend fett geworden wie ihre eigene Schwester. 1 fühlt sich sicher - die Falle schnappt zu. Fast nichts macht mehr Spaß als im Café zu beobachten, mit welcher Miene zwei Frauen unterschiedlicher Bauart sich begrüßen, die sich lange nicht gesehen haben. 1 kommt schon früher, um sich hinter einem massiven Tisch und noch massiverer textiler Umhüllung zu verschanzen. 1 ist ein Häuflein Elend. 2 trägt im Grunde nichts und schleudert ihre Knochen unverschämt fröhlich zur Tür herein. Das Gesicht von 1 fällt herunter und wechselt von elendig zu ungläubig und zu unglaublich zornig, weil 2 keineswegs fett ist wie ihre Schwester und jede Amöbe mehr auf die Waage bringt und 2 die 1 offenbar ziemlich verarscht hat. 2, die Schlampe, sieht phantastisch aus, findet 1, beherrscht sich aber sofort. Mit einem vorgefertigten Ausdruck zwischen skrupellos gelogener Freude und hinterhältigster Sorge fällt sie 2 betroffen um den Hals: „Mensch, du siehst gar nicht gut aus. Streß?“ 2, die schon beim Hereinkommen angesichts des zerfließenden Fettflecks ein hinterfotziges Siegergrinsen nicht verbergen konnte, legt unglaubwürdig ihr Ich-arbeite-einfach-zuviel-Gesicht auf und sagt: “Ich arbeite einfach zuviel. Hey, du siehst klasse aus!“ Die Gedanken von 1 kreisen um Tötungrituale barbarischster Art, während sie gönnerhaft 2 dazu nötigt, sich zu bestellen, was die Karte hergibt. „Du bist doch meine beste Freundin!“ Es geht also nicht darum, Männern zu gefallen, sondern Frauen zu ärgern – bei dem Versuch, die Konkurrenz fürs Vögeln auszustechen, ist das Vögeln ausgestochen worden und die Konkurrenz übriggeblieben.

Femina feminae lupa, schade eigentlich. Aber lang kein Grund zu verzweifeln! Mercedes & Co are still alive...
Also, Frauen: laßt es krachen!!!

In schwesterlicher Verbundenheit
Eure Eleg





DIE DONNERSTAGSKOLUMNE



Was bisher geschah:

SeemanSalztod
[77 79 81 83
85 87 89
91 93 95 97
98 102 104 106]

Eleg
[101 103 105]

Mercedes
[29 47 49 51
53 55 57 60
62 64 66 68
70 72 74 76
78 80 82 84
86 88 90 92
94 96]

Horazio
[59 61 63 65
67 69 71 73
75]

Horazio
[1 3 5 7 9
11 13 15 17 19
21 23 25 27 28
30 32 34 36 38
40 42 44 46 48
50 52 54 56
58 100]

Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
12 14 16 18 20
22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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