DIE DONNERSTAGSKOLUMNE


Comes 2004


Juhuuu, Silvester! Im Fernsehen kommt „Dinner for One“, Halbwüchsige verstümmeln sich mit waffenscheinpflichtigen Feuerwerkskörpern, man hängt at midnight dem Lebensabschnittsblitzableiter die Zunge in den Hals, gießt flüssiges Blei in Töpfe voll ercooltem H2O und rätselt anhand des daraus entstehenden Klumpens, ob das nun die Umrisse von Fuerteventura, ein Nierenstein oder das Ende des Universums wie wir es kennen bedeuten könnte. Und, nicht zuletzt, muss man einen Haufen weinseliger Arschlöcher ertragen, die sich in larmoyanten Rekapitulationen des vergangenen Jahres ergehen um daraus sogenannte Gute Vorsätze für`s nächste zu extrahieren. Danke, dass ihr mir zulest!

2003 war vor allem ein ereignisreiches Jahr: Ich habe Yngwie Malmsteen live gesehen, versucht, die Bünde meiner Gitarre ab dem Zwölften auszufräsen um wie Yngwie Malmsteen zu klingen und für 100,- + einem gebrauchten Autoradio eine neue Gitarre erstanden. Meine getreue Scheißkarre, ihres Zeichens älter als meine Wenigkeit, hat endlich den letalen Abgang gemacht, seither studiere ich an Straßenbahnhaltestellen die Sinnsprüche feingeistiger adoleszenter Poeten und konnte mir für zukünftige Engpässe inspirativer Natur gleich mal merken, dass sich „Hämorriden“ auf „dahingeschieden“ reimt. Ein Schulbuchverlag hat für 38 textgewordene Worte meiner Feder 20 Eypos springen lassen, womit mein melodramatisch-pubertärer Schwur, mich nackt und mit Gebrüll vom Hochhaus zu stürzen, wenn ich bis 25 noch nichts veröffentlicht habe, wohl hinfällig geworden ist. Ich habe mit Italienern lustige Trinkspiele gespielt und konnte dadurch meinem Vokabular ein reichhaltiges Sortiment an neuen Flüchen dieser blumigen Sprache hinzufügen. Ich habe Askese probiert und wieder verworfen, Qualtinger-Platten gehört, Zappa-Lyrics studiert, Noam Chomsky gelesen, bei einem Film von David Lynch geheult, bin in Independentkinos herumgesessen und in einem Golfhotel, habe a gesagt, b gemacht, c gedacht und bin d geworden, womit ich endlich auch mal H.C. Artmann zitiert habe, ich hab mich wie ein egoistischer Idiot verhalten und diametral, bin in unreflektierten Absinth-Exzessen versumpft und musste danach solange durch den Wald latschen, bis ich nicht nur halb erfroren sondern auch schon wieder nüchtern war, ich habe eine Isländerin kennengelernt die an der isländischen Variante von Big Brother mitgearbeitet hat und fand die und das nur mäßig interessant, ich habe zugesehen wie Hartgummireifen verbrannten und nachts diese Blinkeri-Winkeris von Baustellen geklaut, ich habe ziemlich oft: „Ah do schau her“ gesagt und ziemlich oft gelogen, wie zum Beispiel jetzt gerade, ich hab beim Schnapsen verloren und eine Katze „Sappho“ getauft, ich habe das Adjektiv „schartig“ohne wirklichen Zusammenhang in wörtlicher Rede verwendet, einfach so, um es mal gesagt zu haben und musste manchmal, wenn ich dem Regen zuhörte, an Huxleys „Schöne neue Welt“ denken, Ich habe Geld verdient und von dem anderer gelebt, ich habe eine Wohnwand selbst zusammengebaut, was ungefähr acht Stunden gedauert hat und mich generell wie immer gefühlt, dabei aber gehofft, dass die Grenze nach oben offen sein könnte und, last but not least, verfüge ich endlich wieder über eine brauchbare fiktive Wichsvorlage, denn bademeister.ch hat mittlerweilen stolze 190 Abonnenten.

Skol Schweiz!
Nastrovje Hiddensee!
Zaaaaaaaaaaaaammmmmmmm Eleg!

Prost Welt!

Seeman





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Was bisher geschah:

SeemanSalztod
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Eleg
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Mercedes
[29 47 49 51
53 55 57 60
62 64 66 68
70 72 74 76
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86 88 90 92
94 96]

Horazio
[59 61 63 65
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Horazio
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11 13 15 17 19
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40 42 44 46 48
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58 100]

Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
12 14 16 18 20
22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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