DIE DONNERSTAGSKOLUMNE


Kriege mögen andere führen, Du, glückliches Österreich, heirate!

Mann, und ich dachte immer, das läge an mir, wenn ich nach dem Aufwachen sotto voce „Morrgnn“ murmle und gleich mal strepitoso ein „Wichser!“ meinen Nervus Cochlearis zum Erzittern bringt, mit dem tragischen Effekt, dass sich dann meine optimistisch-morgendliche Erektion augenblicklich in einen Zustand transformiert, den man nur als „smorendo“ (siehe: morendo; ersterbend, leiser und langsamer werdend) apostrophieren kann.

Ach Eleg – Sieh mal, dafür muss ich zum Heer, Humphrey Bogart gut finden und sterbe an Prostatakrebs. Na schön, das sind vielleicht keine adäquaten Vergleiche, aber wie soll dich bloß ablenken von diesem Martyrium der monatlichen Schächtung, wie du das so schön zu nennen beliebst? Ich könnte dir zum Beispiel erzählen, dass gestern in der Zeitung stand, Winston Churchills Papagei ist 104 Jahre alt, lebt in einem Englischen Gartencenter und krächzt regelmäßig: „Fuck Hitler!“ und „Fuck the Nazis!“ Oder dass in der heutigen Ausgabe ein Artikel über protestierende Studenten an der Wiener Uni war, die Türen eintreten und dem Rektor einen Torte ins Gesicht geknallt haben, unter dem Aufhänger: „Vandalen Ante Portas“ und ich mir überlege, einen Gegenbericht unter dem Titel „Rektoren Ante Tortas“ zu verfassen. Aber nein, das ist alles nicht genug, das schwächelt – Es wird einmal mehr ein gar witzig` Schwank aus meiner rustikalen Heimat:

Dort, in der Provinz, im Hinterland, in der Einöde dessen gottverlassen-grünen Arsch noch kein denkendes Wesen jemals geschaut hat, wo ich meine Jugend als unschuldiger Bergbauernbub abgestottert habe, da gibt es ja zu beinahe jedem gesellschaftlichem Ereignis irgendeinen urtümlichen Brauch, der schon seit 3000 Jahren zelebriert wird, oder so. Also wenn zum Beispiel ein aufstrebendes junges Paar übereinkommt, fürderhin ewiglich im Sinne der ehelichen Monogamie aufeinander zu picken bis dass der letale Abgang dem ein abruptes Ende setze, dann gibt es da das „Kreuzigen“. That means: Die „Spezl`n“ des Bräutigams schnappen sich denselben, überwältigen ihn, binden ihn an einen Holzbalken und flößen ihm solang hochprozentige Getränke ein, bis er kollabiert. Dann laden sie ihn in ein Auto, fahren stakkato-hupend 400 Stadtrunden und landen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schlussendlich im Puff – So begeht man bei uns den Junggesellenabend.

Nun gab es allerdings in der Nachbarortschaft zu jener, in welcher das Wunder meiner Geburt sich geographisch positionierte, noch den rätselhaften Zusatz, dass von den „Spezl`n“ in der Unterführung eine lebensgroße Stoffpuppe aufgehängt wurde; Frag mich nicht warum. Und wie der Zufall so spielt, konnte besagte Nachbarortschaft ebenfalls mit der statistisch höchsten Selbstmordrate des gesamten Landes glänzen. Wenn man also als vergnügungssüchtiger Adoleszent des Nächtens nach wirren Exzessen im Dorfstadloutfit von diversen Lokalitäten gen heimatliche Wohnstatt wankte und dabei das Pech hatte, besagt Unterführung passieren zu müssen – Natürlich gab`s nur die eine – konnte es schon mal passieren, dass man im Dunkeln plötzlich die Umrisse einer baumelnden menschlichen Gestalt vor sich hatte. Und man wusste dann auf Anhieb nie: Hat da einer geheiratet, oder einer den Löffel abgegeben?

Unter uns: Zuallermeist bestand da kein großer Unterschied.

Liebesgrüße aus dem Wichserreich,

Seeman





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Was bisher geschah:

SeemanSalztod
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Eleg
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Mercedes
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62 64 66 68
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78 80 82 84
86 88 90 92
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Horazio
[59 61 63 65
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Horazio
[1 3 5 7 9
11 13 15 17 19
21 23 25 27 28
30 32 34 36 38
40 42 44 46 48
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58 100]

Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
12 14 16 18 20
22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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