DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
Sirrrrrrrhhhhhh.
Heute Morgen bin ich qualvoll an meinen eigenen
Schreien erwacht, und mir war, als wäre in meinem
Geschlecht die Apokalypse ausgebrochen. Dazu müssen
Sie natürlich wissen, daß ich es mir gestern Abend mit
einem Vibrator gemütlich gemacht habe. Ein wunderbares
Gerät zur Entspannung. Denn kaum habe ich das Ding
eingeführt, entführen mich sein sonor-monotones
Surren wie auch sein mechanisches Zucken sofort in den
denkbar
tiefsten Schlaf. So hat es sieben Stunden lang brav
seine Pflicht erfüllt und mir einen Orgasmus über fünf
Oktaven beschert, an dessen Folgen ich eben erwacht
bin. Meine Güte, es scheint ja mal wieder höchste Zeit
gewesen zu sein.
Es schläft sich natürlich generell mit einem Vibrator
wesentlich besser, meine Damen, als mit einem Herrn.
Denn dieses unentbehrliche Gerät erspart uns unter
anderem die Strapazen eines gänzlich belanglosen
Gesprächs, im Verlauf dessen der Aspirant nicht müde
wird, sämtliche seiner nicht vorhandenen Vorzüge
vorhanden zu machen. Ja, und vor lauter Drangsal in
vaginalis sehen wir auf einmal das, was gar nicht ist.
Natürlich beherrschen wir das anspruchsvolle
Repertoire der Erotik, also die Sauereien, im Schlaf.
Aber es schläft sich nicht gut, wenn man permanent hin
und her gewälzt wird. Und auch das Aufwachen ist
selten befriedigend, denn nach knapp zehn Minuten
Schlaf kann sich nun einmal kein Orgasmus einstellen.
Es sei denn, wir hätten beschlossen, den Aspiranten
für die Qualität seiner Bewerbung mit ein wenig
Geschrei zu belobigen. Drücken Sie dazu bitte den
Weckruf an Ihrem G-Punkt.
Natürlich gibt es Frauen, die nur deshalb mit einem
Mann ficken, um ein Kind zu bekommen und damit den
höchsten Status, der für eine Frau vorgesehen ist, zu
erreichen. Diese armen Frauen fügen sich daher in die
Phantasmen der Liebe und befinden sich in einem
Crescendo der Seligkeit, das im Paukenschlag der
Entbindung endet. Und natürlich gibt es Frauen, die
Männer wirklich süß finden.
Zu denen gehöre selbstverständlich auch ich. Denn es
ist doch einfach süß, wie er sein Fresschen und sein
Fickerchen will. Wenn wir ihn ordentlich abrichten,
bringt er auch ordentlich Geld nach Hause, holt die
Sprudelkisten, mäht den Rasen, leert den Müll und ist
viel zu kaputt für das Fickerchen, da er ja bitte
richtig Karriere zu machen hat, um mit Mitte 40 an
einem Hirnschlag oder Herzinfarkt zu sterben. Wohl
versorgt können wir uns dann dem Mäzenatentum widmen
und in Künstlern von eigenen Gnaden diese Art von
Selbstzweifel schüren, der zwangsläufig im Delirium
oder gnädiger im unverstandenen Tod enden muß.
Natürlich ganz entspannt und natürlich ganz in
Schwarz. Und mit diesem leichten Sirrrrrrhhhhhh
zwischen den Beinen. Requiescat in pace.
So weiß wie Schnee:
Cynthia B. McKittchnique
P.S.: Nun mag es aber auch Damen geben, deren
phylogenetisches Erbe so stark ist, daß sie die
Phantasmen der Liebe sogar mit Bartendern,
Clubbesitzern, Surfern und anderen Versagern der
Schaustellerei schlafen lassen. Dazu kann ich nur
sagen: Bedienen Sie sich, meine Herren.
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DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
Was bisher geschah:
SeemanSalztod [77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 98 102 104 106 108 110 112 114 116 118 120 122 124 126 128 130 132 134 136 138]
Cynthia B. McKittchnique [131 133 135 137]
Eleg [101 103 105 107 109 111 113 115 117 119 121 123 125 127 129 ]
Mercedes [29 47 49 51 53 55 57 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 94 96]
Horazio [59 61 63 65 67 69 71 73 75]
Horazio [1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 100]
Claire Grange [39 41 43 45]
Laura [2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26]
Madame Kiwi [31 33 35 37]
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