DIE DONNERSTAGSKOLUMNE


„Vor dem Abblasen
Abtropfen lassen!
Nachwischen nicht vergessen!“


der Autosuggestion, oder fährt einem dieser Text irgendwie in die Tiefenpsyche.

Und da war ich doch in meiner Verblendung bisher davon ausgegangen, die Hölle müsse ein Ort sein, an dem einem in der Endlosschleife Filme reingezwungen werden, die zum Inhalt haben, wie Madonna von ihrem homosexuellen Untermieter geschwängert wird.

Ah, weit gefehlt. As always, wenn es wieder an der Zeit ist, den Schlitz der digitalen Stechuhr mit meiner Erkennungskarte zu penetrieren, werde ich eines Bessern belehrt und mir unbarmherzig gezeigt, wo der Bartel den Most bunkert.

Von 22:00 bis 5:30 Gewinde schneiden, Kinder, das lässt einen so richtig fühlen, dass man lebt. 50 Stück pro Kiste, ein Gabelstapler voll der Dinger zur moralischen Festigung, 2,5 Minuten für vier Handgriffe pro Konsole ... wenn man rauskommt ist der Tag im an- und man selbst am er- und niederbrechen. Wundervoll. Auch 13kg schwere Sicherheitsglaswände zu beschichten hat durchaus seinen Reiz. Vom Bearbeitungswagen runter aufs Rollband, ätzende Paste bei nicht funktionierendem Abluftventil ohne Mundschutz draufstäuben (das fährt rein, oh all ihr 16jährige Kärntner Hardrockgitarristen, da ist jede zweiwöchige Belladonnaparty in Ungarn ein Lercherlschas dagegen), zweimal drüberwischen, wieder auf den Wagen.

Als ich ein Kind war hatten die Nachbarn meiner Tante eine tumorige Katze, die wog auch 13 Kilo. Da das Tier aber nicht zwei Meter hoch war und ich nicht 8 Milliarden davon auf Schulterhöhe stemmen musste, fand ich das damals ziemlich witzig. Heute spüre ich Knochen, von denen ich nicht wusste, dass ich sie habe. Irgendwo links hinten. Und ahne, dass ich bald nur noch hochkant durch die Kirchentür passen werde. Ordentlich „Hackelschmalz“, wie es der einzige und einzig wahre Volksmund zu nennen beliebt. Siehe auch: „Bluat im Beidl“.

Ja. Vervollkommnet wird der Altar, auf dem ich Blut, Schweiß, Tränen, Zeit, Seele und geistige Gesundheit dem schnöden Mammon opfere, durch eine ganz einzigartige bruitistische Klangkulisse. Selbander in den Zellen „Aluminiumproduktion“ und „Vormontage“ mit dem Kollegen Helmut S., Indianername: „Seit 21 Jahren in der Firma“, beschäftigt, darf ich mich glücklich schätzen, linkerohrs 8 Stunden täglich aus dessen vergnüglichen Freizeitreflektionen auf Meine-sieben- Hobbies:-„Sex-und-Saufen“-Niveau wahrlich essentielles für meinen weiteren Lebensweg mitzunehmen. („Do woa a Deitsche und hod imma gfrogt, spielt ihr auch Tennis? Hob I gsogt, na, i spü mi mit meim Penis!) Die Firma dankt. Rechterohrs erfreut mich die Memory-Taste, die bei Ö3 den DJ ersetzt, meine gesamte reguläre Arbeitszeit hindurch mit den selben drei Liedern. Sollte fortan in meinem auditiven Dunstkreis noch ein einziges mal nichtiges Dahergefasel à la:

“Ma-i-a hi,
Ma-i-a-hu,
Ma-i-a-ho,
Ma-i-a-ha-ha”

zu vernehmen sein, könnte es passieren, dass der latente Pruritus am Finger meines geistigen Abzuges zu einem plötzlichen Hau-Ruck mutiert. Also; aufpassen! Das wollt ihr nicht erleben!

Ganz wunderliche, gloriose Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn man seinen Körper als motorisierte Verlängerung hergibt. Z.B.: habe ich noch nichts zum Verscheiden von Unser Herr Bundespräsident Dkfm. Dr. rer. comm. Thomas Klestil geschrieben. Nichts. Nicht ein Wort. Und werde das auch nicht groß ändern. Es wurde, wie immer, bereits alles und viel zu viel gesagt, geschrieben, gekotzt. Nur das:

Aus der nicht enden wollenden Debatte ob Kardinal Schönborn beim Requiem unter dem Mikroskop der Öffentlichkeit jetzt zuerst die erste Frau, quasi der Ex-Witwe, begrüßen, oder die Zweite oder ob die Erste überhaupt teilnimmt oder wie die Zweite angesprochen wird, weil kirchlich unmöglich und was das jetzt bedeutet, dass er doch der Ersten zuerst und bla, bla, bla ... habe ich die Konsequenz gezogen, meinen Hinterbliebenen derlei unsäglichen Quark zu ersparen.

Als Folge dessen werde ich

(1) nicht heiraten und

(2) nicht Bundespräsident werden.

Sorry, Mädels.
Tut mir leid, Land.

Ihr hattet eure Chance.

Seeman





DIE DONNERSTAGSKOLUMNE



Was bisher geschah:

SeemanSalztod
[77 79 81 83
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102 104 106 108
110 112 114 116
118 120 122 124
126 128 130 132 134 136 138]

Cynthia B. McKittchnique
[131 133 135 137 139]

Eleg
[101 103 105 107
109 111 113 115
117 119 121 123 125
127 129
]

Mercedes
[29 47 49 51
53 55 57 60
62 64 66 68
70 72 74 76
78 80 82 84
86 88 90 92
94 96]

Horazio
[59 61 63 65
67 69 71 73
75]

Horazio
[1 3 5 7 9
11 13 15 17 19
21 23 25 27 28
30 32 34 36 38
40 42 44 46 48
50 52 54 56
58 100]

Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
12 14 16 18 20
22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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