DIE DONNERSTAGSKOLUMNE


Auf ein Wort, junges Fräulein

Unbegreiflich bleibt freilich nur, wie Bartender, Clubbesitzer, Surfer und die übrigen Versager der Schaustellerei es vorziehen können, das titterte Dummbrot flachzulegen anstatt im Augenblick der durch Ihren bedenklichen Mutterschaftsfetisch herbeigewürgten Totenstarre in die Fratzengalerie ihrer Ahnen einzugehen. Muss das doch auf dem ewigen Pfad zurück zur mystischen Muttermöse eines jeden rastlosen Pilgers inniglichster Traum sein in jenen langen, einsamen, nicht nur vom Tau feuchten Nächten, wenn man den täglichen Computervirus bereits einmal um den Globus geschickt und die Schlampe an der Supermarktkasse wieder mal nicht Bemerkt hat, dass man seit fünf Tagen der Rasur bedarf und deshalb im Halbprofil von links unten aussieht, als würde die Harley noch draußen im Parkverbot tuckern und die fünf Nymphomaninnen auf dem Sozius um einen Nachschlag zwischen ihre O-Beine winseln.

Mit anderen Worten: Bla. In dieser unseren intimen Zweisamkeit hierselbst möchte ich Ihnen, Sie Schneeweißchen, zu Ihrem ausschließlich Besten selbstlos folgende Verse Edna St. Vincent Millays ans Herz legen:

„My candle burns at both ends;
It will not last the night;
But ah, my foes, and oh, my friends
It gives a lovely light!”


Denn die Kacke dampfet gar mächtig. Gleichwohl Sie in gewohnt sprachlicher Virtuosität die Abgründe der menschlichen Psyche in die duodonnerstäglichen Diavorträge Ihres südlichsten Auges kontaktlinsenflüssigen, haben Sie sich aus irgendeinem unnachvollziebaren Grund darauf fixiert, Richard Wagner sein zu wollen, dem man alles genommen hat, außer der Pentatonik, oder auch Stravinsky mit einer Triangel. So virtuos Sie auf dem Ding auch herumklimpern mögen, Ihre Mittel sind begrenzt. Bald werden wir alles durchhaben, denn Sie wissen es und ich weiß: Alles Physische hat seine Grenzen.

Und dann, dann ahne ich Gräuliches. Sie werden dann sein wie der bunte Schal um Erica Jongs Hals, damit man die Falten nicht sieht, in diesem Interview, das ich neulich las. Da sagte sie irgendetwas von wegen Frauen die irgendwann aufhören Frauen zu sein, im sexuellen Sinn, und einfach froh sind, es hinter sich zu haben und das war dann ihre Großmutter, oder so, oder Freundinnen von der, ich hab`s vergessen, ich musste mich danach besaufen. Sie hat sich damit von dem Thron gestürzt, denn ich ihr aus syphilitischen Südländern und Mösen im Spiegel und Angst vor Flügen errichtet hatte. Nicht wegen dem, WAS sie sagte – das war völlig treffend und weise und musste gesagt werden; und zwar von einer Frau – sondern weil sie es SCHON WIEDER sagte oder genauer: Noch immer. Da war auch noch was von einer Mittsiebzigerin die eine Zeitungsannoce aufgegeben hat, von wegen, sie wolle noch einmal Sex, bevor sie stirbt, Freiwillig vor.

Entgegen der landläufigen Meinung ist das Alter keine Krankheit und Jugend, wie alle Marken, furchtbar billige, weil vergängliche Kleidung. Tarnfarbene. Aber Hauptsache im Trend. Und Ficken ist einfach nur Ficken. Drüsenfunktionen und Schwellkörper und die Hand, die man zum greifen braucht. Gut, wenn es gut ist, wenn nicht kann man immer noch Aquarelle malen oder sich beim Ausdruckstanz selbst finden. Es reicht nicht zur Daseinsberechtigung (wiewohl manchmal zur Bestätigung desselben), es reicht nicht zum Bambiland der Zwischenmenschlichkeit hochstilisiert, obwohl das sehr modern ist, und es nutzt sich auch als der surreale Instant-Alptraum ab, den Sie uns hier so emphatisch generieren.

Ich ahne, dass Sie diesen meinen edelsten und altruistischen Motiven argwöhnisch gegenüberstehen werden. Sie werden vermuten, Sie hätte mich irgendwie in meine nicht vorhandenen Männlichkeit getroffen und mir wiederholt vorhalten, ich würde meinen Penis hassen und dann etwas von wegen 80jährige mit Tieren abliefern.

Tun Sie das nicht. Gehen Sie in sich. Entsagen Sie dem Sexus und seinen Werken, nicht praktisch, aber auf literarischer Ebene. Zumindest einmal, als Testbild. Es ist noch nicht zu spät. Vielleicht. Dass Sie nicht einmal davor zurückschrecken, sich den multiplen Orgasmus zu Thema zu machen ist doch Ihrer nicht würdig. Den gab`s bei uns schon als Longdrink, da bin ich noch mit der Trommel um den Christbaum gerannt. Möchten Sie darüber sprechen? Schreiben? Wie war Ihre Kindheit?

Erzählen Sie mir von Ihrer Mutter.

Seeman






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Was bisher geschah:

SeemanSalztod
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Cynthia B. McKittchnique
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Eleg
[101 103 105 107
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117 119 121 123 125
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Mercedes
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Horazio
[59 61 63 65
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Horazio
[1 3 5 7 9
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21 23 25 27 28
30 32 34 36 38
40 42 44 46 48
50 52 54 56
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Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
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22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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