DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
Eins für Dich eins für mich
Am letzten Mittwoch Nachmittag haben wir uns in der im Vorjahr zusammen eingerichteten Wohnung verabredet, um die Herzenstrennung nun auch am stehenden Objekt zu manifestieren. Meine Ex und ich.
Ja, wir haben nicht auf die Ratschläge der Freunde gehört und Dein und Mein mit Namensschildern oder farbigen Klebepunkten markiert. Nein schlimmer, wir haben gemeinsam gänzlich unzerteilbare Dinge beschafft: eine mobile Hausbar, eine sau-teure runde Designerlampe, modische, nicht spühlmaschinenfeste Gläser im Set, ein Auto. Und natürlich hab ich mich zum Zeitpunkt des Zusammenzugs, im Sturm der romantischen Gefühle, auch dazu hinreissen lassen, meine eigenen "alten" Gebrauchsgegenstände zu entsorgen.
Im grosszügigsten Fall kann ich mir im Verlaufe der Mobiliaraufteilung also einen halben Weiberhaushalt erhaschen. Herrn Ikea freut's und mein sechstes Küchen-Starterkit wird schon bald im Kofferraum des roten Mobility-Flitzers liegen (den Kampf um das gemeinsame Fahrzeug hab ich innerlich schon längst aufgegeben).
Wir beide sitzen da also so auf dem Wohnzimmerparkett und verteilen nach dem "Daran-hänge- ich-eben-schon-sehr Prinzip" Besteck, Dekorationsutensilien, Weinflaschen und Kleinst- möbel. Die Stimmung ist sehr instabil, schwankt zwischen zynisch-witzig, trübsinnig- traurig und aggressiv-gereizt.
Gerade als ich mir Gedanken darüber mache, ob ich den gemeinsamen Kleiderschrank besser mit einer Stichsäge oder einer Trennscheibe zerlegen soll und ob die zwei isolierten Hälften dann noch der Schwerkraft trotzen können, möchte meine Ex von mir wissen, ob es denn, nebst meiner Mutter, schon wieder eine Frau in meinem Leben gäbe. Ich gehe davon
aus, dass ihr die Tatsache, dass ich mich ziemlich arg in eine langjährige Kollegin verguckt habe, enormen Schmerz zufügen würde und lüge: "Nein, natürlich nicht!"
Wir sortieren dann noch eine ganze Weile weiter, wühlen uns durch Bücher, CDs, DVDs und irgendwann meldet Sie sich erneut zu Wort: "Du ich heirate übrigens in 14 Tagen!"
In dem Moment wird mir dann klar, warum sie so sehr an dem familientauglichen Mittel- klassewagen hängt. Aber soll sie ihn haben. Mit meiner "Kollegin" fahre ich nämlich sehr gerne Zug und Bus, da hab ich beide Hände frei.
Horazio
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DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
Was bisher geschah:
Cynthia B. McKittchnique [131 133 135 137 139 141 143 145
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151 153 156 159 165 168 171 174 176]
SeemanSalztod [77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 98 102 104 106 108 110 112 114 116 118 120 122 124 126 128 130 132 134 136 138 140 142 144 146 148
150 152 155 157 160 162 164 166 169 172 177]
Eleg [101 103 105 107 109 111 113 115 117 119 121 123 125 127 129 154 158 161 163 167 170 173 178]
Horazio [59 61 63 65 67 69 71 73 75 175]
Mercedes [29 47 49 51 53 55 57 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 94 96]
Horazio [1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 100]
Claire Grange [39 41 43 45]
Laura [2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26]
Madame Kiwi [31 33 35 37]
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