DIE DONNERSTAGSKOLUMNE

mein schindludriger Horazio

mit freuden wage ich in deinem text zu erkennen, dass deine sonst so libidöse schreibweise echtem soziologischen scharfsinn gewichen ist..
was die samstagabende betrifft, so dürfte mir für den letzten ein eigener drink kreiert worden sein:

gegen mittag treffe ich nach einer halbstündigen gebärmuttererschütternden-slalomfahrt auf dem bürgenstock (kanton NW) ein -den altersdurchnitt der gemeinde um min. 20 jahre senkend- und werde am zielort herzlich mit einer flasche prosecco und einem päckchen zigis empfangen. die naturvölker wissen gäste noch königlich zu bewirten! in aufgewärmter frische vom vorabend wird dann heftig über das neue album des dj a. (name der red. bekannt) abgelästert und es selbigem auch gleich noch auf die combox gequatscht. der kamikaze-talfahrt folgend, dann das cellulitisbestaunen ("haben sie das noch grösser?") in den h&m kabinen der luzerner altstadt, abgelöst von weiterem proseccoschlürfen und unangenehm auffallenden wettrülpsgeräuschen in einer von den einheimischen gerühmeten "in-bars".da sich die sushi-häppchen in meiner wahrnehmung schon langsam in klassischer karaokemanier tanzend in der vitrine zu präsentieren beginnen, entschliesse ich mich dann doch für eine kleine stärkung in form von mineralwasser und den backstreet boys für sfr. 11.50 (nori-sushi mit thunfisch).
die zeit rennt.. zu unser beider erstaunen ist es dann plötzlich doch schon 18:00, also zeit für den ersten apéro nach anstrengendem extrem-shopping (die schnäppchen belaufen sich auf 3 paar bauchstraffende unterhosen in der farbe taupe, atemfreshener, frauenfürze (ist ja fasnacht und ausserdem kann man die immer gebrauchen) und 3 päckchen zigis..).

angekommen in sodom, nutzen wir die happy hour dann auch in vollen zügen und spielen zur unterhaltung ein wenig dschihad mit den tortillachips, auch wenn der tresen schlussendlich mehr auf den einfall in dresden schliessen lässt...
sfr.120.- später (in form von margaritas und anderen farbigen sachen mit oder ohne frucht-deko) muss schon die erste harte entscheidung getroffen werden: natürlich ziehen wir weiter und zwar in den club wo genannter dj a. seine plattentaufe feiert. "gabriel" (felder) schreiend erreiche ich dann nach 25min doch den rauswurf aus dem "club des jahres 1999" und entschliesse mich "NIE MEHR!!" meine anwesenheit an diesem ort zu bekunden.. endlich zuhause folgt dann das heimkehrritual der laura g.:
alles was noch nicht abgelaufen ist oder neue penizilinmoose geworfen hat, wir hübsch auf einem teller angerichtet und brutal zermalmt. zum onanieren zu blau, entscheide ich mich stattdessen zum helikopterfahren und hoffe auf einen schönen traum, in dem ich mir dann selber beim onanieren zuschauen kann..

ich weiss jetzt übrigens, wie das leichentuch christi entstanden ist. er war eines abends wohl so voll vom wasser in wein bekehren, dass er sich zuhause gleich aufs bett werfen musste und keine zeit hatte zum abschminken. sogar mein sabber war hübsch in form eines fleckchens unter den lippenstiftspuren drapiert.

nebst dem teppich in meinem mund und dem verkrusteten kissen war es doch ein ganz gelungener abend, der nur noch durch deine anwesenheit, liebster Horazio, gekrönt hätte werden können..

grüss mir den lederspitzenschuhträger

laura



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