DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
Ach Laura,
wo wir doch gerade so friedliebend von älternden und baldvonunsgehenden
Menschen sprechen. Du Kennst doch den Papst ja ? Und sicher kennst Du auch
Jesus ? Nein ? Möchtest Du Jesus gerne kennenlernen ? Also in organisch
unverfaultem Zustand (sprich lebend) versteht sich ! Ja ? Also gut liebe
Laura; setz Dich hin und spitz Deine Lauscher (he die Lauscher hab ich
gesagt):
Vor langer langer Zeit da lebten die Menschen in totaler Sünde (gerade so
wie heute). Jeder bestieg jeden, man steinigte Huren, mordete kleine Kinder,
beraubte Gebrechliche, übermässigte den Alkoholgenuss, betete Götzenbilder
(meist in Phallus- oder Klitoris-Form) an, kämmte sich die Haare ungestüm,
furzte auf öffentlichen Plätzen, saugte sich die Ohren mit Wachsstäbchen
aus, onanierte nicht interruptiv, kaute mit offnem Mund, infiszierte sich
mit Lepra und tat all jenes, das man sich sonst noch so an Herrlichkeiten
vorstellen mag.
Doch eines Nachts (man schrieb das Jahr 3 Std. vor Christi Geburt) da wankte
ein eklatant porös-prüdes Jungfernduo, in einmal maskulin-erschlaffter und
einmal feminin-schwangerer Rollenbesetzung, durch das dunkle, verschneite,
sommernächtliche, bitterkalte, sauschwüle Betlehem. Am südlichen Rande der
Stadt liessen sich die zwei unbefleckten Niefummler in einem eselbedeckten
Stall nieder.
Es vergingen keine 30 Minuten und Maria (so hiess das Weibchen) begann mit
der Geburt eines Kindes. Der Josef (so der Name des Männchens) legte gleich
Hand an, besorgte sich ein paar kampferprobte Kälberstricke und brachte
nebst einer wunderbar prosperen Plazenta auch gleich noch einen etwas
kümmerlichen Jungen mit auf die Welt.
„Jesssses“, schrie Maria. „What the fuck is this ?“. Josef erschrack
gleichermassen, tat einen Schritt zurück und stiess unvorsichtigerweise
einen Fackelträger vom Gebälk. Stroh entzündetet sich und bald stand ganz
Betlehem lichterloh in Flammen. Einige Meilen entfernt waren die drei
Ländereienkönige Kronbabel, Jusuf und Klaus-Dieter gerade dabei sich in
sündigster Art und Weise gegenseitig die Vorhaut zu massieren, als sie am
Horizont das Glühen und Flackern der untergehenden Kleinstadt entdeckten.
„Es ist soweit, der Messias !“, schrie Kronbabel und forderte seine beiden
Gespiele auf ihm zu Folgen. Stunden später traf das unbefriedigte Grüppchen
in Betlehem ein und feierte zusammen mit Maria und Josef die Geburt von
Jesus, so sollte der kleine nämlich heissen.
Jesus war zwar ein etwas unterentwickeltes Bürschchen, dafür wurden ihm
einige tolle Gaben mit in die Wiege gelegt. Das faszinierenste war wohl
seine Fähigkeit über Wasser zu gehen und wenn ihm dies Langeweile bereitete,
selbiges in allerlei alkoholischen Getränke zu verwandeln. So wurde er bald
ein beliebter Bürger und fand viele Anhänger, denen die von ihm
organisierten Grossanlässe (Bergpredigt-Parade, Big-Abendmahl etc...) viel
Freude bereiteten.
Mit etwa 25 begann er leider etwas unvorsichtig mit Weihrauch zu dealen. Er
wurde in-flagranti erwischt und an ein Kreuz genagelt wo er jämmerlich
dahinschied.
Tja liebe Laura, nun weisst Du Bescheid. Gepriesen seist Du oh Herr, der Du
mit Deinem blossen Geiste Maria bestiegst und Josef meilenlange Hörnern
aufsetztest.
Liebe Grüsse
Horazio
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