DIE DONNERSTAGSKOLUMNE

Verehrteste Laura,

ich kann Dich sehr gut verstehen. So ein Kombi ist doch aber auch eine tolle Sache. Ich habe mir ja selbst mal überlegt ein Mobility-Kombi-Only-Abo zu lösen und manchmal träume ich noch heute in der Nacht davon, wie ich mit einem grünkarrierten Kinderfolterkäppi (das musste ich als Bengel jeweils anziehen wenn ich unartig war und wenn ich artig war auch... toll) über dem Kopf einen Opel-Omega (natürlich Kombi) aufbreche und mir hernach ekstatisch entzückt mit dem rotglühenden Zigarettenanzünder "I Love Mami" auf's Genital zu börnen versuche. Ich erwache dann jeweils an der selben Stelle, dann nämlich, wenn ich am Phallusende angekommen bin und "Mami" noch nicht zu Ende geschrieben ist. Befremdend, aber zumindest erklärt es die eine oder andere pipimacherschwerende Morgenerektion (ich weiss, dass der Urs jetzt sicher ein Kurz-Schnäbi-Trauma in diesen Satz interpretiert, bitte sehr Urs, meine Flanke für Dich).
Aber ich wollte ja eigentlich gar nicht über meine Träume schreiben, sonder etwas wirklich Bewegendes aus dem Reich der wilden Tiere erzählen, nämlich - Trommelwirbel - eine tragische Geschichte, die Geschichte der beiden Fliegen Jim und Bob. Es versteht sich von selbst, dass die beiden nicht Jim und Bob hiessen sondern, dass diese absolut öden Substitutionen nur der Leserlichkeit des Textes dienen sollen. In Tatsächlichkeit(tm) waren deren Namen Gzun, was so viel bedeutet wie "Ungebändigter Fäkalschlucker" und Fzeein, auf Fliegisch "Eifriger Achselschweissschlürfer". Jim und Bob sassen also eines Tages auf einem eingetrockneten Stück erbrochener Schwedentorte und filosofierten über den Sinn des Lebens.

Jim: "Bob das hat doch alles keinen Sinn."
Bob: "Waaaaas ?"
Jim: "Na das Leben. Was soll das alles ?"
Bob: "Kopf hoch Bob, Morgen sieht alles schon viel besser aus !"

Und die Nacht kam gefolgt vom Morgen und Jim und Bob waren tot.

Täusche Dich nicht lieber Leser. Die Fabel sollte nicht, mittels des flachen Witzes der immersterbenden Eintagsfliege, den triesten Nebel mittelständischer Humorlosigkeit durchbrechen. Nein, es geht darum ein menschliches Grundübel aufzuzeigen. Die Unfähigkeit unserer Gattung in anderen Zeiträumen, anderen Zeiteinheiten zu denken. Die Gebundenheit an unsere irreversiblen Prozesse und ewig entropen Vorgänge. Eine Fliege empfindet Ihr Leben als genauso lang wie wir das unsrige. Das Gespräch von Jim und Bob dauerte in unsere Zeitempfindung transformiert genau 0.2 Sekunden und konnte von uns leider nur als leises "sssss" wahrgenommen werden. Schon Einstein kam zu der -KNACKS- WIR UNTERBRECHEN DIE KOLUMNE FÜR EINE WICHTIGE DURCHSAGE: Horazio HATTE EINEN STRENGEN TAG, EINE STRENGE WOCHE, EINE SCHWIERIGE GEBURT UND WIRD FÜR DIESE TOTAL MIESE KOLUMNE ENTSCHULDIGT. ICH GEBE ZURÜCK ZUR KOLUMNE -KNISTER- was ja auch bedeuten könnte, dass die grundlegensten Axiome und Theorien unserer Zeit eventuell durch die erwähnte Antithese wiederlegt werden könnten.

Bis bald

Horazio

PS: "Und verleugne nie Deine Schöpfung", so sprach der Supiherr zum Herrn - Syphilister 12, 6



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