DIE DONNERSTAGSKOLUMNE
liebster Horazio..
zwar hatte ich nie ein grünkariertes käppi, doch haben meine eltern einen anderen weg gefunden,
mich mit einem trauma zu behaften: der schottenrock. immer an weihnachten durfte ich dann in dem
kratzenden wollteil (von kinderhänden gewebt) aufs christkind warten, um anschliessend um das
nicht-bekommene pony zu weinen..
trotzdem bin ich auch heute noch (und ich hab das pony noch immer nicht gekriegt) schon im
november voller vorfreude auf das „chrischtchindli“, begleitet von den lachsbrötchen und
steinharten zimtsterne und dem instrumentalpanflöten-remix „jingle bells“ im globus.
dieses jahr darf ich mir zusätzlich in klirrender kälte bei der hochzeit meiner freundin die
titten abfrieren (bei einem mickrigen b wird die halbwertszeit höchstens bei 23 min liegen).
wenigstens werden dann meine brustwarzen mal wieder richtig hart..
nach dem hochzeitsapéro mit lachsbrötchen und zimtsternen à discretion (beginn ca. 12:00), werde
ich dann ca. um 20:00 stockhagelvoll die obligatorischen grosseltern- und tantenumschläge mit den
obligatorischen nicht-violetten scheinen öffnen und die künstliche, kunstvoll geschmückte
kummertanne (borkenkäfer sind nur durch ddt zu zerstören, nicht durch anthrax!) meiner mutter
bewundern. in selbigem zustand versuche ich dann ca. um 22:00 den weg via autobahn nach hause zu
finden und mich beim tunnelbingo („durch welches von den dreien soll ich jetzt durchfahren?)
versuchen, nur um mir dann in meiner stammkneipe den rest zu geben. vielleicht dieses jahr wieder
mit tanzeinlage auf dem tresen..
der morgen des 25. verlangt dann jedoch nach einem alten hausrezept: 3 kontraschmerz und 5 glas
prosecco um den kreislauf wieder anzuregen und selbiges nochmal -verbunden mit 12 zigaretten und 3
zimtsternen- um den darm zu entleeren. gegen das sodbrennen wird dann das alucol und der trockene
truthahn eingesetzt, um wieder platz für die trockenen zimtsterne zu schaffen. nach dem 15.
überschwenglichen verdanken der erhaltenen nachtcréme für alternde haut und dem 26. „nein, ich
habe im moment keinen freund“, bahne ich mir dann den vertrauten weg zur hausbar (bei urs ist das
das massivbuchenteil mit rauchglasbutzenscheibenvitrine, gleich neben dem tablar mit mengeles werk
„sodomistische kunst des 3. reiches“)
5‘000 kalorien später folgt dann die unfreiwillige, bullemische befreiung der vorspeise und
anschliessend weitere 3 kontraschmerz zur vervollständigung des mineralstoffhaushalts..und dann
hats ja noch lachsbrötchen.
alle jahre wieder
laura
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