DIE DONNERSTAGSKOLUMNE



Das Sex and the City Phänomen

Gerade zurück von meinem vierzehntägigen “Jungkatholiken basteln Devotionalien für Kurt Krenn“ – Workshop setze ich mich, im Einklang mit mir und der Unendlichkeit, vor den Monitor und werde von Fr. Lynch durch ein diskontinuierliches Morphem und das alte Prinzip überrascht: Wo immer man sich als Einzelner gegenüber einer Gruppierung des jeweils anderen Geschlechts wiederfindet, ist die Scheiße aber wirklich durch den Ventilator geflogen.

Dave Brubeck spielt in der Music Hall und ich bin auf dem Weg zu J., meiner Lebensabschnittsblitzableiterin, um sie mit zwei Karten und anderweitig zu beglücken. Ich klingle, die Tür geht auf, ich steh da im Regen, bin cool, bin hip, bin Bogart und halte ihr – etwas atemlos, als hätte ich gerade ein großes, gefährliches Tier erlegt um ihr daraus einen Mantel zu fertigen - die Einladung zu atmosphärischen Jazzklängen hin.
Aber mich erwarten mitnichten ein dahinschmelzender Blick oder feucht sprießende Wiedersehensfreude, sondern nur ein hastig gerufener Satz und Schritte, die gleich wieder die Treppe hochhasten. „Ich kann jetzt noch net, die Carrie kommt grad mim Big zam!“

Augenblicklich denke ich an ihre Schwester Karoline, die mit einem Vibrator … doch nein, weit gefehlt: Bis zu sieben atemlose Klimakteriumsanwärterinnen (inklusive Mutter, Stiefmutter, mütterliche Freundinnen und Mutterersatz) hängen gebannt „vorm Kastl“, futtern Solettis und haben die Welt um sich ausgeblendet. Als ich suche, den Grund der Hysterie zu eruieren, muss ich erkennen, dass dieser aus vier weiteren Frauen besteht, die, diesmal im „Kastl“, sich darüber unterhalten, wann sie zuletzt einen Schwanz im Mund hatten.

Da in solchen Dingen gänzlich unbewandert – wenn ich etwas über weibliche Sexualität erfahren will oder darüber, was Frauen wollen, lese ich Pauline Reage – vermute ich spontan einen schnöden Ally McBeal – Ableger und werde darob von der anwesenden Damenschaft herb gerügt: Ich hätte doch keine Ahnung und sowieso und überhaupt. Solcherart gezwungen, mir die Sendung bis zum Ende anzusehen, gewinne ich einmal mehr wichtige Einsichten über die weibliche Gruppendynamik und darüber, mit welchen masochistischen Mitteln Frauen der harten Realität zu entfliehen versuchen, um sich danach immer wieder aufs Neue dem unvermeidlichen Kulturschock auszusetzen.

Wenn man als österreichische Frau nach fünfzig Minuten Sex and the City den Kopf dreht und sieht, was da seit Jahren neben einem auf dem Sofa wampt (wampere, wampeo, wampi, wamptum = die übermäßige Körperfülle äußerst unästhetisch verteilen), dann muss man ja durchdrehen; Ich verstehe das. Ich verstehe euch, liebe Frauen: Ihr seid zum Leiden geboren.

Gehet hin in Frieden,

Seeman







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Was bisher geschah:

Mercedes
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64 66 68 70 72
74 76 78 80 82 84 86]

SeemanSalztod
[77 79 81 83 85]

Horazio
[59 61 63 65 67
69 71 73 75]

Horazio
[1 3 5 7 9
11 13 15 17 19
21 23 25 27 28
30 32 34 36 38
40 42 44 46 48
50 52 54 56 58]

Claire Grange
[39 41 43 45]

Laura
[2 4 6 8 10
12 14 16 18 20
22 24 26]

Madame Kiwi
[31 33 35 37]





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